Elfenstaub und Antibiotika

Die gute oder die schlechte Nachricht zuerst? Okay. Als ich gestern meine Mutter im Krankenhaus besuchen wollte, hing ein Zettel an der Zimmertür, man solle vor Eintritt – sinngemäß wiedergegeben – besondere Vorkehrungen treffen. Fragezeichen. Auf Nachfrage teilte man mir mit, sie hätte einen Keim, deshalb müsse man Mundschutz, Handschuhe, Kittel und Haube anziehen, wenn  man sie besucht. Aha. Und wieso das Ganze, was für ein Keim? Die Ärztin sei noch am operieren, man würde sie später zu mir schicken. Danke. Nach der Verkleidung: meine Ma schlafend, allein im Zimmer, bleich, blutbefleckte Tupfer und Kanülen auf dem Boden, Schnabeltasse jetzt mit Strohhalm, der angeknabberte Keks von Sonntag noch da. Als sie aufwacht, erkennt sie mich kaum. Die Verkleidung macht es ihr nicht leichter, sich zu erinnern. Ein Keim? Sie weiß von nix. Nach einer Stunde noch keine Ärztin. Ich verabschiede mich, entledige mich der fremden Kleidung und frage nach. Man schickt mich ein Stockwerk tiefer ins Ärztezimmer. Bevor ich es betreten kann, schmeißt sich eine beflissene Angestellte zwischen uns. Einen Moment noch. Der Moment dauerte eine halbe Stunde. Mein Blick fällt auf ein Plakat, auf dem zu lesen steht, daß hier im Friedrichsheim Fachkräfte gebündelt seien. Zum Wohle des Patienten. Und überhaupt. Theorie und Praxis… Eine Servicekraft schiebt einen Wagen mit Leergut über den Gang. Ein Mann ohne Unterschenkel fährt im Rollstuhl an mir vorbei. Es sieht fast aus, als weise der frisch verbunden Stumpf ihm die Richtung, geradeaus. Armer Mann. Eine Putzfrau saust mit Müllsack Richtung Fahrstuhl. Eine Frau kommt und fragt die Beflissene nach ihrem Gatten, der wohl operiert wurde.  Endlich werde ich reingerufen. Die Ärztin erklärt mir, man habe im Zuge der OP Blut abgenommen und dabei einen Keim festgestellt, den man im Krankenhaus gar nicht gerne sähe (gibt es auch Keime, die man gerne sieht?), weil er gegen die meisten Antibiotika resistent sei. Nach Rücksprache mit dem Labor spritze man nun ein ganz spezielles Antibiotika. Gegen den Keim und die Entzündung. Es sei nichts Ansteckendes, mehr zum Schutz für die anderen Patienten. Wie jetzt (ansteckend oder nicht)? Dann hat sie mir noch erklärt, was bei der OP gemacht wurde und warum. Verstehen kann ich es trotzdem nicht, warum meine Ma immer den worst case erleiden muß. Als ich Petra abends am Telefon davon erzählte, haben wir nur gelacht.

Und jetzt die gute Nachricht. Sockenpaar 03/2010 ist fertig.

Aus diesem wunderschönen Strang Elfenstaub – Glücksmoment (für Glücksmomente bin ich zur Zeit ziemlich empfänglich)

von Dibadu (schon wieder, grins) wurden Regenbogen-Zopf-Socken, ein Design von Sonja Köhler. Vielen Dank dafür!

Die schäl Sick:

Wolle, Färbung und Muster harmonieren einfach perfekt! Und mit Ns 4 mm und 48 Maschen für Größe 39 (meine, meine) waren sie noch dazu superschnell zu stricken.

Diesen Zopf kannte ich bis dato noch gar nicht, aber er gefällt mir gut. Greebo hatte offensichtlich auch Gefallen daran, denn beim Fotografieren war sie kaum aus dem Bild zu bekommen:

Ich hab sie dann vorm Fernseher geparkt, um in Ruhe die Bilder machen zu können.

Soll mir keiner kommen, vonwegen pädagogisch nicht wertvoll und so. Das war Spiegel Geschichte 😉

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Blabla, Gestrickt

7 Antworten zu “Elfenstaub und Antibiotika

  1. Sehr schöne Socken, die Farbe ist echt wunderschön!

    Nicht so schön, ist der Keim, dessen ich Namen ich wohl schon zu 100% erraten habe!

    Das kommt dabei raus, wenn die Drs. zu schnell-schnell immer Antibiose für alles verschreiben, …

    Gute Besserung weiterhin an Deine Ma!
    Ich drücke Dich!!!

    LG,
    Pupe

  2. Marina

    Ich kann mich da nur anschließen. Die Socken sind richtig schön und passen ja auch so „gar nicht“ zu Dir !!!
    Leider wissen meine Katzen das „pädagogisch“ wertvolle Fernsehprogramm, das nun schon die zweite Woche bei uns läuft nicht so zu schätzen – ja, er ist noch krank….
    Deiner mum wünsche ich alles Gute und Euch viel Kraft, rosa Welle und vielleicht bis Freitag ?

    L.G.Mary

  3. Huhu Di,

    mir fällt echt nichts mehr ein, Deine arme Mum, ich hoffe nur, sie kriegen das in den Griff!!

    Wunderschöne Socken hast Du Dir gestrickt!!

    Schick Dir auch viiieeel Rosa!!

    Umärmel
    Cleo

  4. Oh je, deine arme Mama! Ich wünsch dir viel Kraft und deiner Mum gute Besserung!
    Die Socken sind toll. Gefallen mir gut.

    Liebe Grüße
    Petra

  5. Hallo liebste Di,

    wunderschöne Socken sind das! Perfekt für Deine pinke Phase.

    Deiner Mom alles Gute. Es ist echt nicht zu glauben!

    Liebe Grüße
    KNUDDLER
    Bianca

  6. Ev

    Liebe Diana,
    ich hoffe, dass es bei Dir/Euch ganz fix wieder ruhiger wird!
    Gib mal bei Wikipedia MRSA ein, dort wirst Du zu dem Thema multiresistente Keime fündig.
    Ich wünsche Euch weiterhin viel Kraft & Energie.
    Liebe Grüße, Ev

  7. Super Wolle hast du Dir für die Socken ausgesucht 🙂
    Gute Besserung für Deine Mutter!

    Liebe Grüsse
    Sonja

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